Petter Carlsen
Ruhige gefühlvolle Balladen trug Petter Carlsen vor, begleitet nur von seiner Gitarre ist er der Kategorie Singer/Songwriter zuzuordnen. Insgesamt sehr sympathisch wirkend, war dem Nordnorweger der Stolz und die Freude ins Gesicht geschrieben, einerseits vor knapp 1000 Leuten und andererseits vor seinen Helden Anathema spielen zu dürfen, deren Fan er nach eigenen Aussage schon seit alten Doom Metal-Tagen ist, und deren Gitarrist Danny Cavanagh zusammen mit Anneke van Giersbergen gegen Ende des recht kurz gehaltenen Auftritts zur Unterstützung bei einigen Songs auf die Bühne kam. Schön, aber nicht essentiell.
Anneke van Giersbergen
Etwas anders sah die Sache schon bei Anneke van Giersbergen aus. Sie trat zwar ebenfalls als Solokünstlerin auf, nur begleitet von der eigenen Gitarre, aber die letzten anderthalb Jahrzehnte als Frontfrau von The Gathering ließen die Erwartungen im Publikum doch auf ganz anderer Ebene spielen. Und sympathisch wie eh und je, enttäuschte sie in keinster Weise. Ihr Gesangsstil ist nun einmal unverwechselbar, falsch machen kann sie da wohl so schnell nichts, und so erinnerte der ganze Auftritt ein wenig an The Gathering unplugged. Ein wunderbares Konzert und eine lohnenswerte Künstlerin. Und auch hier wurde das offenbar herzliche Verhaltnis zwischen den einzelnen Musikern dieser Tour auf die Bühne getragen, indem immer mehr Gäste für eine musikalische Hilfestellung auf selbige strömten.
Anathema
Nach zwei relativ kurz spielenden Aufheizern war dann genügend Zeit für knapp zweieinhalb Stunden melancholischen Rocks, den die Briten ohne großartige Pausen oder Ansagen füllten. Dadurch wurde die Darbietung zu einem ansatzweise psychedelischen Gesamtkunstwerk, in der großartige Melodien und schöne Klangbilder mitsamt vor Spielfreude und Begeisterung strotzenden Musikern zu einer Kollage verschmelzt wurden, die in der gut gefüllten Matrix unabhängig der Generation alles vom Alternative Rocker bis hin zum Doom Metaller restlos überzeugen konnte. Zur zweiteren Kategorie gehörend vermisste ich zwar ein paar der alten Kracher, wie sie sie noch vor zwei Jahren gespielt hatten, wüsste jedoch nicht, auf was ich verzichten wollte, um Platz für Songs des Kalibers „Sleepless“ oder „We, the Gods“ zu schaffen. Sei's drum, Anathema haben ihren Platz gefunden, der außerhalb des Metaluniversums Raum für grandiose Werke bietet.